Hoffnung

26. juni 2017

Boyan Slat heißt der junge Mann, 22 Jahre alt, Niederländer, der sich einem globalen Projekt verschrieben hat – „the great ocean clean up“. Das soll nicht weniger sein als die Säuberung der Ozean von den Millionen Tonnen Plastikmüll, den wir in die Meere einleiten. Das Geld hat er durch Crowdfunding zusammengetrieben, 2018 soll das Projekt starten.
Felix Finkbeiner ist heute 19 Jahre alt. Im Alter von 9 Jahren begann er mit seinem Projekt „Plant für the planet“, mit dem Ziel, eine Billion Bäume zu pflanzen, in allen Ländern der Erde, wo so etwas möglich ist. Er gehört zu den internationalen Trendsettern einer Generation, die mit der Wegwerfgesellschaft der Nachkriegszeit nicht nur verbal, sondern tatsächlich aufhört.
Selbst eine Nobelpreisträgerin gibt es inzwischen, die pakistanische Malala Yousafzai, die 2012 durch die Taliban angegriffen und schwer verletzt wurde, weil sie sich als Schülerin für das Recht auf Bildung in ihrer Heimat einsetzte. Sie ist Jahrgang 1997.
Das sind nur drei Personen, es gibt deren mehr, aber alle haben sie als junge Menschen einen weltweiten Horizont, ein Verständnis für die Menschheit, und sie fühlen eine Verpflichtung, der Ausplünderung und Missachtung natürlicher, menschlicher und geistiger Ressourcen nicht nur steile Worte, sondern Mut, Einsatz und sogar das eigene Leben entgegenzusetzen. Hier meldet sich etwas, ja, jemand anderes zu Wort als die übliche Politshow. Das sind keine offiziellen Mandats-, sondern berufene Visionsträger. Es ist gewiss kein Zufall, dass sich gewissermaßen gleichzeitig eine solche Zahl von jungen Menschen aus der Masse der konsumdressierten Generationen heraushebt und eine neue Qualität menschlichen Bewusstseins anzeigt. In all diesen Projekten ist Hoffnung spürbar, Entschlossenheit, nicht auf andere zu warten, und der Mut, sich wenigstens nicht sagen lassen zu müssen, man hätte es nicht versucht. 

Der Geist Gottes hat womöglich noch ein anderes Repertoire von Erweckungen parat als unsere traditionelle Frömmigkeit sich das vorstellen kann.

Helmut Aßmann