Markttransparenzstelle
26. mai 2026
„Die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe (MTS-K) beim Bundeskartellamt ermöglicht es Verbraucherinnen und Verbrauchern, sich jederzeit über die aktuellen Kraftstoffpreise an allen Tankstellen in Deutschland zu informieren“, so die Selbstauskunft des Bundeskartellamtes auf seiner website (Zugriff 21.5.2026). Abgesehen von der wunderbaren Bestätigung, dass es solche Wortmonstersubstantivierungen nur in deutscher Sprache gibt, rückt die MTS-K wegen der Reduktion von Kraftstoffpreiserhöhungen auf 1 Mal pro Tag neuerdings in den Mittelpunkt des Interesses. Denn rund ein Fünftel der Tankstellen halten sich nicht daran, geahndet wird dieser Gesetzesverstoß auch nicht, denn nur die MTS-K hat überhaupt einen Preisüberblick. Verantwortlich aber für die Verabreichung von Ordnungswidrigkeiten dieser Art sind die Länder. Diese Problemanzeige ist transparent. Eine Lösung dafür liegt allerdings in dichtem bürokratischem Nebel. Der Volksmund nennt derlei nicht bis zum Ende durchdachte Vorhaben „halbe Sachen“. Hier gilt es achtsam zu sein: nicht, dass es keine andere, nur noch nicht ausgeführte Hälfte gäbe. Es gibt immer eine andere Hälfte, nämlich die, die sich das Fehlen von definierten Zusammenhängen für die eigenen Interessen zunutze macht. Diese andere Hälfte, das lehrt einen das praktische Leben und das beklagen schon die alttestamentlichen Beter in den Psalmen, muss immer mitgedacht werden. Der längst verstorbene Landessuperintendent Ernst Henze aus Hildesheim (+2008) fasste das in den schönen Denkspruch: „Leute, vergesst beim Planen die Sünde nicht; auf die ist immer Verlass!“
Helmut Aßmann
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