Fragen.
> Geistige Klarheit | Diskurs
Diese Rubrik beschäftigt sich mit theologischen Fragestellungen und Auseinandersetzungen mit den aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen. Sowohl in einzelnen Texten und Erörterungen als auch in den Hinweisen auf unsere Veranstaltungen.
153 – mehr als eine Zahl
newsletter | 03
Wie hört man auf?
Schaut man sich die vier Evangelien an, so haben alle einen eigenen, charakteristischen Schlusston. Anfänge und Schlüsse sind ohnehin komplizierte Ereignisse. Mit jedem Anfang beginnt eine unberechenbare Geschichte, sei sie literarisch, sei sie biographisch oder gar weltgeschichtlich. Genauer formuliert, ist der Anfang von etwas nie genau bestimmbar. Denn in der Vielzahl der zusammenfließenden Kräfte, durch die etwas beginnt, ist ein genau bestimmter Zeitpunkt nie zu fixieren. Und bei Schlüssen ist es ähnlich. Wann hört schon etwas tatsächlich, endgültig und definitiv auf, zu sein, zu wirken oder zu erinnern?
Nicht anders bei den Evangelien als literarische und theologische Einheiten: Warum wurden diese Bücher, das „Evangelium“ nach Matthäus, Markus, Lukas und Johannes geschrieben (von den vielen anderen, nichtkanonischen Evangelien einmal ganz abgesehen), für wen, aus welchem persönlichen Interesse, aufgrund welcher gedanklicher, emotionaler und psychischer Einwirkungen? Und wann ist es so zu Ende, dass der Autor sagen kann: Es ist alles gesagt, und es ist so gesagt, dass ich das Geschriebene auf seine unberechenbare Reise durch die Zeit schicken kann?
Graffiti und Streetart in Florenz
newsletter | 02
Graffiti und Streetart sind aus unseren Städten nicht mehr wegzudenken. Ärgerliche Schmierereien von meist jugendlichen Sprayern als Reviermarkierung oder staunenswerte Kunst wie bei den inzwischen berühmten Wandbildern des anonym bleibenden Banksy. Diese nichtkommerzielle Kunst ist generell illegal, wo sie nicht – wie im Falle der Banksy-Bilder gerne nachträglich – von den jeweiligen Eigentümern der Flächen erlaubt wird. Illegal oder nicht – Graffiti oder ähnliche Kunstformen wollen Aufmerksamkeit erregen und Botschaften in den öffentlichen Raum tragen …
153 – mehr als eine Zahl
newsletter | 02
Im ersten Teil dieser kleinen Reihe haben wir uns mit einigen Auslegungsversuchen des Abschnitts Joh.211-14 beschäftigt, in dem diese merkwürdige Zahl erscheint. 153 große Fische, so heißt es in v.11, zieht Petrus nach dem nachösterlichen Fischfang an Land. Die Netze, anders noch als im vorösterlichen Fischzug in Lk.51-11, reißen an diesem Morgen nicht. Lässt man einmal Fische, Netze und Jünger beiseite und schaut sich die natürliche Zahl 153 als mathematisches Objekt an, so bietet sie allein eine ganze Reihe von Besonderheiten, auf die man als unbeschwerter und unvoreingenommener Bibelleser erst einmal nicht kommt.
153 – mehr als eine Zahl
newsletter | 01
„Die ganzen Zahlen hat der liebe Gott gemacht; alles andere ist Menschenwerk“. Dieses Zitat wird Leopold Kronecker (1823-1891) zugeschrieben, einem der produktivsten und streitbarsten Mathematiker des 19. Jahrhunderts. Damit polemisierte er gegen die zu seiner Zeit aufkommenden mathematischen Modelle, in denen mit unendlichen Mengen gearbeitet wurde oder Algorithmen mit unendlich vielen Arbeitsschritten in Gebrauch kamen.